Louis Gilbert Moreaus „Vergiftetes Brot“ ist weit mehr als ein einfacher Kriminalroman – es ist ein packendes Psychogramm über den Zusammenbruch einer kleinen, französischen Gemeinschaft in den Fünfzigern. Die Art und Weise, wie die Vergiftung nicht nur körperliche, sondern vor allem tief psychologische Ängste bei den Opfern auslöst (vom Wahn, aus Glas zu sein , bis zu den Puppenrichtern ), ist meisterhaft erzählt und verleiht der Geschichte eine beklemmende Intensität.
Besonders beeindruckend ist die Entwicklung der Figuren: Der einfache Bäcker Armand Moreau, der zum tragischen Sündenbock wird , und das ungleiche Ermittlerduo aus dem zynischen Kommissar Deffand und der brillanten, aber idealistischen Chemikerin Erika Janssen. Ihre verzweifelte Jagd nach der kalten Logik hinter der Vertuschung hält einen bis zur letzten Seite in Atem. Ein herausragendes Buch, das die Frage aufwirft, wo die Grenze zwischen Wissenschaft, Moral und Krieg verläuft. Absolut lesenswert!
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Matthias Brenner
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Dieses Buch ist ein dunkler, atmosphärischer Thriller, der die Hitze der Provence im Spätsommer 1952 perfekt einfängt und sie mit der eisigen Kälte des Kalten Krieges kontrastiert. Die Geschichte um das kontaminierte Brot aus der Bäckerei „La Flamme Dorée“ entwickelt sich von einer lokalen Tragödie zu einer internationalen Verschwörung , die das Vertrauen in die grundlegendsten Dinge des Lebens zerstört.
Mir gefiel besonders die Präzision der Schilderung, mit der die Symptome – von halluzinierten Schlangen bis hin zum "Heiligen Feuer" des Ergotismus-Deckmantels – beschrieben werden. Die Figur des Agenten „Cobra“ , der die menschliche Seele mit molekularer Perfektion manipuliert, ist ein genialer Antagonist. Der Roman endet nicht mit einem einfachen Happy End, sondern mit einem moralischen Schweigen, das nachhallt und zum Nachdenken über die gefährliche Macht der politischen Lüge anregt. Ein wirklich außergewöhnliches Debüt!
Roland Gantner
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